Montag, 17. Februar 2014

Woher wissen, was Kunden wollen?

Als ich mit zarten 21 Jahren von zu Hause wegzog und in der großen weiten Welt, sprich Berlin, Fuß fasste, suchte ich mir auch meinen aller ersten eigenen Nebenjob damals. Ich arbeitete dann, neben dem Studium, bei einem großen Marktforschungsinstitut. Ich hatte damals noch nie vorher etwas davon gehört und konnte auch erst einmal nicht einordnen worum es dort überhaupt ging. Marktforschung klang für mich völlig fremd, denn in der Kleinstadt, aus der ich stamme, erzählt man sich eben einfach was man gut findet und was nicht. Ich fing also an zu telefonieren. Bei den Fragebögen, die ich per Computer generiert bekam, handelte es sich um Kundenfragen, die genauer wohl nicht formuliert sein konnten. Freie Antwortmöglichkeiten gab es so gut wie nie. Man musste nach jeder einzelnen Frage immer und immer wieder eine Palette an Antwortmöglichkeiten vorlesen. Meist handelte es sich um Notenvergabe von „Äußerst zufrieden“ über „sehr zufrieden“ bis hin zu „gar nicht zufrieden“. Wenn der Mensch an der anderen Leitung sich nicht entscheiden konnte, musste man einfach warten. Vorlagen oder Beeinflussungen waren strengstens verboten und im Grunde durfte und konnte man immer nur diese „Zufriedenheitspalette“ hoch und runter lesen, bis schließlich irgendwann eine exakte und klare Antwort kam. Ich fand das damals etwas nervig.

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